Ökumene ist die ganze Welt

von Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

 

Foto (v.l.n.r.): Freuten sich über eine gelungene Veranstaltung: Annika Huneke, Pfarrer Klaus Göke, Alena Höfer, Superintendent Steffen Riesenberg und Pfarrerin Christina Biere

Rund 40 Menschen trafen sich am vergangenen Freitag in der Ev. Stadtakademie Bochum zur Zukunftswerkstatt. Eingeladen hatten Pfarrerin Christina Biere und Pfarrer Klaus Göke von der MÖWE - Amt für Mission, Ökumene und kirchliche Weiterverantwortung der Ev. Kirche von Westfalen. Auf dem Programm standen zwei Impulsvorträge und verschiedene Workshops. Neben Alena Höfer, wissenschaftliche Mitarbeiterin am Lehrstuhl Interkulturelle Theologie und Körperlichkeit der Ruhr-Universität Bochum, war auch Superintendent Steffen Riesenberg als Vortragsredner zum Thema „Ökumene im Ruhrgebiet 2022“ dabei. Moderiert wurde die Veranstaltung von Annika Huneke von der Ev. Hochschule Rheinland-Westfalen-Lippe.

Konfessionen sind keine Abgrenzungen

Superintendent Steffen Riesenberg wirkte bei seinem Referat wie immer sehr souverän - locker im Vortrag, präzise in der Formulierung. Leger im weißen Kollarhemd gekleidet, im Raum war es sehr warm, sprach er zunächst von seinen persönlichen Erfahrungen und Einsichten, die er ab 2007 in Schweden erfuhr.

„Die schwedische Kirche ist dem Bekenntnis nach evangelisch-lutherisch, der Liturgie nach das, was wir mit unserer deutschen Perspektive als katholisch bezeichnen würden“, erzählte Riesenberg. In dieser Zeit merkte er, dass Konfessionen keine Abgrenzungen sind und katholisch nicht das Gegenteil von Evangelisch ist. Dass die Kirche Christi so viele verschiedene Gestalten haben kann und doch die eine Kirche bleibt, zu der er gehört. „Mein Ausgangspunkt in allem ist also evangelisch und katholisch, ökumenisch, wenn man so will. Ich will in allem versuchen, ein Pfarrer und ein Theologe für die noch unsichtbare, kommende eine Kirche zu sein.“

Ideen von einer besseren Welt

Im zweiten Abschnitt beleuchtete er die Transformation der kirchlichen Organisation und den darin steckenden Chancen. Eine besondere Rolle sprach er hier dem neuen OIKOS-Institut und der Zusammenarbeit mit der Region Ruhrgebiet zu, von der er sch Impulse für neue Formen von Kirche, zu neuen Medien, zu neuen Themen für Gruppen und Kreise wünschte.

„Ich glaube, wir brauchen. Ideen von einer besseren Welt und konkrete Schritte auf dem Weg dorthin.“ Dass die Themenfelder, die bisher im Institut für Gemeindeentwicklung und Mission und im Amt für Möwe zu Hause waren, künftig in einem Haus, einem oikos, zusammenwohnen werden, stimmte ihn besonders hoffnungsvoll. „Das Oikos-Institut brauchen wir als liebevolle und kluge Begeleiterin ebenso wie als Stein im Schuh, wenn wir es uns womöglich zu einfach machen.“

Sarah Vecera gerne beim Wort nehmen

Für Superintendent Steffen Riesenberg zieht sich die Kirche der Zukunft nicht zurück in ihre Kirchräume und Kerngemeinden. Sie holt Kraft im Gebet und im Gottesdienst und macht sich dann entschlossen auf den Weg in die Ökumene, die ganze Welt. Sie ist klimaneutral und arbeitet aktiv gegen Gewalt, Hass und Diskriminierung - nach außen, aber vor allem auch nach innen.

Seinen Vortrag endete er mit einem ganz konkreten Vorschlag. In Anlehnung an Pfarrerin Sarah Vecera und ihr Buch „Wie ist Jesus weiß geworden“, schlug er vor: „Wir sollten für jede Pfarrerin und jeden Pfarrer, jeder Presbyterin und jedem Presbyter ein Antirassismustraining ermöglichen.“  Und einen Finanzierungsplan lieferte Riesenberg gleich mit. „Jeder Kirchenkreis sollte 20 Prozent seiner Ökumene-Mittel für eine solche gemeinsame Initiative zur Verfügung stellen.“ Bei den Teilnehmer:innen, die so etwas Konkretes nicht erwartet hatten, kam die Initiative sehr gut an.    

Foto: Jörg Eilts

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