Auf Wiedersehen – es war so wunderschön!

von Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

 

Als ich 2018 nach Bottrop gekommen bin, war ich eine andere Person als heute. Das klingt im ersten Moment komisch – ist aber so.

Ich kam im Herbst frisch von der Uni. Vor wenigen Wochen erst hatte ich das Erste Theologische Examen bestanden und ich war neugierig darauf, nun endlich, endlich in die Praxis einsteigen zu können, aber auch ängstlich den Anforderungen des Vikariats nicht gewachsen zu sein.

Am Berufskolleg begann ich meine praktische Ausbildungsphase mit Religionsunterricht am Berufskolleg.  Im Frühjahr 2019 lernte ich dann mehr und mehr die Arbeit in der Gemeinde auch außerhalb der Schule kennen und übernahm nach und nach Aufgaben in anderen Arbeitsbereichen – z.B. die Predigt im Karfreitagsgottesdienst 2019, bei der ich zum ersten Mal die Kanzel bestieg.

2020 sollte das Jahr werden, in dem ich mich, nachdem ich im Januar (kurz bevor die Covid-19-Pandemie Deutschland erreichte) die pädagogische Prüfung abgelegt hatte, ganz auf die Arbeit in der Gemeinde konzentrieren und mit riesigen Schritten dem Ende meiner Ausbildung entgegenstreben würde. Und tatsächlich kann ich nur staunen, was für Fortschritte ich im vergangenen Jahr gemacht habe. Eigenständigkeit und Verantwortungsbereitschaft sind in mir gewachsen! Ich bin gewachsen! Die Angst, den Anforderungen nicht gewachsen zu sein, sieht aus meiner jetzigen Perspektive viel kleiner aus als noch 2018. Es ist also einiges (mit mir) passiert in diesen zweieinhalb Jahren.

Zahlen und Termine sind so viel einfacher aufzuschreiben als Begegnungen, Ereignisse und Gefühle. Während ich diesen Artikel schreibe, merke ich wieder: Ich bin traurig, im März Bottrop zu verlassen. Ich bin traurig, eine Gemeinde zu verlassen, in die ich mit offenen Armen und offenen Herzen aufgenommen worden bin. Menschen zu verlassen, die von Fremden zu Bekannten und zu Freunden geworden sind, mit denen gemeinsam ich Gottesdienste gefeiert habe, deren Leben ich kennengelernt, die ich getröstet habe – und die mich getröstet haben.

Ich bin traurig, ein großartiges Team von Kolleginnen und Kollegen, von Haupt- und Ehrenamtlichen zu verlassen, mit denen ich gern zusammengearbeitet und von denen ich viel gelernt habe.

Ich bin sogar traurig meine kleine Wohnung in der Nähe des Stadtgartens zu verlassen (Während ich diese Zeilen schreibe, unterschreibt gerade der junge Mann, der nach mir hier wohnen wird, seinen Mietvertrag!) und die bekannten Wege (auf denen ich mich immer noch trotz Google Maps verfahre).

Sie, liebe Leserinnen und Leser, waren – nein, sind – ein wichtiger Bestandteil meines Lebens geworden, auf den ich nur schwer verzichten kann.

Traurig sein ist nicht das Gegenteil von glücklich sein. Ich bin traurig, gerade weil ich glücklich darüber bin, hier in Bottrop so angekommen und angenommen worden zu sein. Niemals hatte ich das Gefühl, „nur“ die Vikarin zu sein, sondern oft – eigentlich immer – ist mir ernsthaftes Interesse an meinem Ausbildungsweg und Vertrauen in meine Fähigkeiten entgegengebracht worden. DANKE für Ihr und euer Vertrauen!

Ich bin glücklich darüber, dass ich hier so viel lernen und so viele großartige Menschen kennenlernen durfte! DANKE für Ihre und eure Begleitung!

Ihre Vikarin Ronja Schönberg

 

EINLADUNG

Wir laden Sie herzlich zum Abschied von Ronja Schönberg zu einer Videokonferenz via Zoom-Meeting ein:

Sonntag, 07. März von 11 Uhr bis ca. 12 Uhr.

Wir haben ein paar kleine Überraschungen vorbereitet und bitten euch darum, euch mit einem Getränk vor euren Bildschirmen einzufinden. Diejenigen, die etwas zu einem Programm beitragen möchten, bitten wir, sich bis Freitag, 05.03.2021 bei Pfarrerin Anke Büker-Mamy, Telefon 02041-685801 / anke-maria.buecker-mamy@ekvw.de zu melden.

Anmeldung und Link:

Die Zugangsdaten senden wir Ihnen gerne per Mail zu, bitte schreben Sie uns eine Mail an: infobuero@ev-kirche-bottrop.de oder anke-maria.bueker-mamy@ekvw.de

 

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