Behinderte Künstler gestalten Altarbilder

von Gemeinde Bottrop N

Gott begreifbar machen

Der Ausschuss "Kirche in der Stadt" baute die Ausstellung in der Martinskirche auf. Unser Bild zeigt (v.l.): Reiner Struck, Brigitte Wagner, Hilla Stampfuß und Pfarrerin Anke-Maria Büker-Mamy. Foto: Horst

Bottrop - Im Rahmen des Kirchen-Cafés wurde jetzt in der Bottroper Martinskirche eine Ausstellung mit Altarbildern eröffnet. Die ausgewählten Arbeiten stammen aus der Rheinbabenwerkstatt (RBW) des Diakonischen Werkes Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Sie wurden mit den behinderten Beschäftigten der RBW über die Jahre für die großen Themengottesdienste wie Weihnachten, Ostern und Erntedank erstellt.

Spiritualität hat für die behinderten Künstler einen hohen Stellenwert. Die emotional offene Haltung der Menschen mit einer geistigen Behinderung spiegelt sich auch in den Gottesdiensten und in den Altarbildern wider. Große Motive - zum Teil dreidimensional hervorgehoben - zeugen von der Geburt Jesu. Marienkäfer und Kirschblüten erzählen vom Werden und Wachsen, der Werdegang des Korns bis zum Brot nimmt auf mehreren großflächigen Bildern seinen Lauf. Die Altarbilder sind bunt, ausdrucksstark und klar in ihrer Bildsprache.

"Die Gottesdienste in der RBW sind eine besondere Herausforderung für mich", erklärt Diakoniepfarrer Karsten Herbers. In jedem Gottesdienst wolle er Gott lebendig, erfahrbar und begreifbar machen. "Die Altarbilder greifen diese plastische Erfahrbarkeit auf und bringen Gottes Wort den Menschen mit geitigen Behinderungen näher. In jedem Motiv steckt Gott, wie er die Menschen über das Jahr hinweg begleitet", so Herbers.

Beeindruckt von der spirituell motivierten Kreativität der Arbeiten entschloss sich der Ausschuss "Kirche in der Stadt" der Evangelischen Kirchengemeinde Bottrop diese künstlerische Form des Glaubens in einer Ausstellung rund um die Nacht der offenen Gotteshäuser am 26. August in Bottrop zu würdigen. "Wir wünschen uns, dass die Ausstellung zum Dialog einlädt, mit den Menschen, die ihren Glauben so einfach und ansprechend ausgedrückt haben und auch mit den großen Themen, die sie zum Klingen bringen", sagt Pfarrerin Anke-Maria Büker-Mamy. Ein Höhepunkt der Ausstellung im ganz wörtlichen Sinn sei für sie das von hinten durch eine Leuchtröhre illuminierte farbige Kreuz auf schwarzem Grund, ein Zeichen des Lebens über den Tod.

Interessenten finden noch bis zum 30. August über 20 Exponate in der Martinskirche, die im Rhythmus des Kirchenjahres unterschiedliche Blickwinkel auf Gottes Wirken darstellen. Die Martinskirche ist mittwochs und samstags zur Marktzeit von 10:30 bis 12:30 Uhr geöffnet sowie jeweils eine halbe Stunde vor und nach den Gottesdiensten. Über das Info-Büro im Martinszentrum, Tel. 02041 31 70 20 ist die Kirche nach Absprache geöffnet. Bu/Ho

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