Bergpredigt auf der Halde Haniel

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Großer Gottesdienst zum Reformationsjubiläum

Rund 500 Besucher kamen zur Bottroper Bergpredigt auf die Halde Haniel. Nach dem Gottesdienst teilten die Menschen bei einem Picknick Speis und Trank. Foto: Bugzel

Himmelwärts zog es jetzt zahlreiche Bottroper Gemeindeglieder. Auf der Halde Haniel genau auf der Stadtgrenze zwischen Oberhausen und Bottrop feierte die Evangelische Kirchengemeinde Bottrop einen großen Gottesdienst: Die Bottroper Bergpredigt.

Gut 500 Liedzettel hatte man gedruckt, zu Beginn des Gottesdienstes hielt Pfarrer Martin Rödel nur noch wenige Exemplare in der Hand. Fast ein Jahr lang hatte sich ein achtköpfiges Vorbereitungsteam um die Pfarrer Steffen Riesenberg, Anne Hanhörster und Achim Solty um das Event gekümmert, mehrmals suchte Kreiskantor Matthias Uphoff mit den beteiligten Chören und Verantwortlichen des Bergwerks Proper Haniel den Haldengipfel auf, um sich mit der Akustik in der Bergarena vertraut zu machen.

Anlass der Bottroper Bergpredigt war natürlich das 500. Reformationsjubiläum 2017. "Heute kommen wir auf den Berg in die Einöde", erklärte Pfarrer Steffen Riesenberg zu Beginn des Gottesdienstes, den die Trommelgruppe lautstark einläutete. Die Halde Haniel sei als höchste Erhebung der Stadt sowohl durch den Kreuzweg als auch wegen der Arena auf ihrem Gipfel für viele Menschen des Ruhrgebietes ein spiritueller Ort. Damit sei die Halde der ideale Ort für eine Bottroper Bergpredigt.

Die Bergpredigt nahm - mit einem Augenzwinkern - Bezug auf die Bergpredigt, die von Jesus Christus im Matthäus-Evangelium überliefert ist. Mit ihrer radikalen Ethik hätten die Aussagen Jesu beipielsweise über die Feindesliebe oder als Aufforderung zu Gewaltfreiheit und einem einfachen Lebensstil eine bedeutende Wirkung gehabt. "Kein Text hat das Weltgeschehen so beeinflusst", sagte Pfarrerin Anne Hanhörster in ihrer Predigt. Jesu habe seinen Zuhörern einiges zugemutet.

Einen zentralen Raum nahm das Wort "selig" in der Predigt ein. Selig sein, sei etwas anderes als glücklich sein, so die Bottroper Theologin. "Es ist tiefer". Glück könne man sich kaufen. Selig sei, wenn Himmel und Erde zusammenfinden. Als Beispiele führte die Presbyteriumsvorsitzende bestimmte Momente im Leben an. Es gehe uns gut im reichen Deutschland, "aber längst nicht allen", sagte sie im Vorgriff auf das Picknick nach dem Gottesdienst, zu dem alle Besucher ihren Teil beitrugen.

Mitgebrachtes Essen und Getränke sollten in der Arena geteilt werden. "Damit knüpfen wir an viele positive Erfahrungen in unserer Gemeinde an und hoffen auf das Erlebnis der besonderen Gemeinschaft, die entsteht, wenn man in den Bergen gemeinsam einen Gipfel erklimmt", sagte im Vorfeld des Gottesdienstes Pfarrerin Anke-Maria Büker-Mamy.

Ein besonderer Dank der Kirchengemeinde galt dem Bergwerk Prosper Haniel, das mit einem Shuttleservice dafür gesorgt hatte, dass allen die Teilnahme an der Bottroper Bergpredigt möglich war. Bu

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