Crashkurs in Sachen Einmischung

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Integrationsagentur vermittelt "Mundwerkzeuge"

Karin Kettling und Jürgen Albrecht leiten die Workshops in Sachen Einmischung. Foto: privat

Die Integrationsagentur im Bottroper Martinszentrum bietet im September und November kostenlose Workshops an, um Menschen dabei zu unterstützen, sicher mit heiklen Situationen umzugehen und einen Weg zwischen passivem Zuschauen und riskanter Zivilcourage zu finden. Das Projekt wird vom Ministerium für Kinder, Familie und Flüchtlinge des Landes NRW gefördert.

In den Workshops wird das passende "Mundwerkzeug" vermittelt und erarbeitet, um sich in Gesprächen und besonderen Situationen elegant, aber auch eindeutig für Menschenrechte und Menschenwürde einzusetzen und so auch Stammtischparolen entgegentreten zu können.

"Ob im Bus oder auf der Straße. Man erlebt Situationen, bei denen man denkt, das geht doch jetzt gar nicht. Und mischt man sich ein, ist man sofort mitten drin", beschreibt Daniela von Bremen von der Integrationsagentur Situationen, in denen Außenstehende in einen Konflikt mit sich selbst geraten können.

Die Workshops im Herbst sind ein Crashkurs in Sachen politischer Einmischung. Sie sollen vermitteln, was, wann und wie etwas in Situationen unternommen werden kann, in denen fremde Menschen diskriminiert werden. Geleitet werden die Trainings von der Schauspielerin und Argumentationstrainerin Karin Kettling gemeinsam mit Jürgen Albrecht, Schauspieler und Theaterpädagoge.

In den Workshops können die Teilnehmenden lernen, wie man sich redegewandt für die grundlegenden Menschenrechte anderer einsetzen kann, ohne Gefahr zu laufen, die Lage zu eskalieren. Die Collagen aus Szenen, Moderation und Ermutigung steigen dabei in keine Diskussion über aktuelle Themen ein, sondern beleuchten die Frage, wieso man sich bei Diskriminierungen, negativer Stimmungsmache im Alltag oft nicht einmischen kann, obwohl man auf jeden Fall Stellung beziehen sollte. Und wie das auf eine elegante, humorvolle aber auch eindeutige Art funktionieren kann.

Mitmachen kann jeder ab 16 Jahren, der Interesse hat, mit oder ohne Migrationshintergrund. Die Termine sind am Montag, 16. September von 14 bis 17 Uhr und am Dienstag, 19. November von 10 bis 13 Uhr. Die Plätze pro Kurs sind auf 20 bis 25 Personen beschränkt, um den persönlichen Austausch möglich zu machen. Anmeldungen unter Tel. 02041/317071. Bu

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