Der Bergbau geht

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Der Kumpel bleibt

Sandro Atzori, OB Bernd Tischler, Pfarrer Hans Hubbertz und Propst Cleve (v.l.) diskutierten unter der Moderation von Stfan Göke (m.). Foto: Bugzel

Zum Ende des Steinkohlenbergbaus und zur Schließung des Bergwerks Prosper Haniel in Bottrop diskutierten Sandro Atzori, Betriebsratsvorsitzender Prosper Haniel, Bottrops Oberbürgermeister Bernd Tischler, Dr. Hans Hubbertz, Industrie- und Sozialpfarrer, Recklinghausen und Propst Dr. Jürgen Cleve, Bottrop. Die Moderation übernahm der WDR-Journalist Stefan Göke.

In ihren Stellungnahmen beleuchteten die beiden Kirchenvertreter das Ende des Steinkohlenbergbaus vor allem von der menschlichen Seite. "Die Menschen sind stolz darauf gewesen, Bergmann zu sein", sagte Propst Cleve. Manche würden sich allerdings schon fragen, ob das alles gar nichts wert gewesen sei, was sie gemacht und geschaffen hätten. Hier müsse man ihnen das Gefühl geben, "hier bin ich willkommen, hier habe ich alles, was ich brauche."

Die bergmännische Tradition und die besondere Art der Arbeit über und unter Tage seien ein gemeinsames Band und Marksteine der Orientierung, die heute schon vermisst würden, erklärte Pfarrer Hans Hubbertz. In zahlreichen Gesprächen sei immer wieder die besondere Solidarität der Berleute untereinander genannt worden. Das Leben von Generationen habe sich verändert, dem müsse man Rechnung tragen und Anschluss an die sich verändernde Industriewelt finden. Die beiden Kirchenvertreter unterstrichen die enge Verbindung der Kirchengemeinden in der Region mit dem Bergbau. "Da müssen wir uns auch neu orientieren."

Während die lokale Politik immer hinter dem Bergbau gestanden hätte, habe die "große" Politik sein Ende besiegelt, beklagte Sandro Atzori. Es  sei eine Illusion zu glauben, die Bergwerke könnten eines Tages wieder geöffnet werden. "Eine Zeche kann man nicht aufmachen wie eine Pommesbude." Er sei froh, dass kein Bergmann ins Bergfreie fallen müsse, dazu seien sie zu gut qualifizert. Atzori zeigte sich zuversichtlich, dass bis zum Ende nächsten Jahres alle eine neue Arbeit finden würden.

"Wenn ein Betrieb wie Prosper Haniel schließt, dann bringt das auch für die Stadt Bottrop Probleme mit sich", war sich OB Tischler sicher. Die großen Zechenflächen seien ein wichtiger Standortfaktor, die Chancen für die Stadt böten. Die Vermarktung würde aber noch Jahre dauern, daher seien die nächsten viereinhalb Jahre entscheidend. "Jetzt müssen wir die Ärmel hochkrempeln." Er gehe jedenfalls mit Optimismus in die Zukunft. Bu

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