Die Zukunft der Demokratie

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Talk am Turm mit prominenten Gästen

Sie diskutierten im Talk am Turm (v.l.): Andreas Püttmann, Dr. Martin Dutzmann und Professor Karl-Rudolf Korte. Foto: Bugzel

War Martin Luther ein Wegbereiter der Demomratie? Spielt die Konfessionsbindung bei den Parteien heute noch eine Rolle? Wieviel Religion verträgt die Demokratie? Müssen wir uns um die Zukunft der Demokrati(en) Sorgen machen? Diese und andere Fragen beantwortete ein Talk am Turm im Gladbecker Martin Luther Forum Ruhr (MLFR) mit prominenten Gästen.

Auf dem Podium diskutierten der bekannte Politikwissenschaftler und Wahlforscher Prof. Dr. Karl-Rudolf Korte, Essen, Dr. Martin Dutzmann, Bevollmächtigter des Rates der EKD bei der Bundesrepublik Deutschland und der EU sowie der Journalist und Publizist Dr. Andreas Püttmann.

Was hat Martin Luther mit dem Staat und der Demokratie zu tun? Die Reformation sei eine Art "Katalysator" für demokratische Bestrebungen gewesen, machte Martin Dutzmann klar. Der Reformator wollte aber Staat und Kirche um der Freiheit des Glaubens willen sorgfältig voneinander unterschieden wissen, sagte der ehemalige Landessuperintendent der Lippischen Landeskirche. Weder sollten geistliche Würdenträger über weltliche Macht verfügen, noch dürften weltliche Machthaber Einfluss auf Fragen des Glaubens nehmen, so Luthers Überzeugung. "Dennoch ist es heute gut und richtig, dass glaubende Menschen politisch aktiv sind", sagte Dutzmann.

Die Entwicklungen in der Türkei und den USA zeigten auch in Deutschland Wirkung und die Bürger fragten sich mitunter, wie stabil die deutsche Demokratie sei, erklärte Karl-Rudolf Korte. Er betonte, dass die deutsche Demokratie trotz einer Partei wie die rechtspopulistische AfD stabiler sei als in vielen anderen europäischen Ländern. Korte stellte nicht nur eine "Politikverdrossenheit vieler Bürger" fest, sondern auch eine "Bevölkerungsverdrossenheit vieler Politiker".

Für Andreas Püttmann ist die AfD für "einen Christen gleichgültig welcher Konfession, nicht wählbar". Mit seinem Angriff auf die Integrationsbeauftragte Aydan Ösoguz habe die AfD eine "furchterregende Richtung" eingeschlagen und eine "rote Linie" überschritten, war sich die Runde einig. In einer Demokratie gehe es letzlich um den Entwurf von Zukunftsbildern, über deren Ausgestaltung im politischen Prozess wieder gerungen werden könne. Bu

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