Digital arbeiten und vegetarisch essen

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Westfälische Landessynode geht neue Wege

Sie arbeiteten auf der Landessynode weitgehend papierlos (v.l.): Superintendent Dietmar Chudaska und die Synodalen Anke-Maria Büker-Mamy (Bottrop), Reiner Struck (Bottrop) und Gudrun Winkel (Dorsten). Foto: privat,

Denn wenn Kirchenparlamente tagen, wird meist viel Papier verbraucht. Der Papierverbrauch wurde gegenüber der Synode 2017 um über 90 Prozent verringert, wie Ulf Schlüter, theologischer Vizepräsident der EKvW, erklärte: Statt 235.000 Blatt Papier wurden in diesem Jahr höchstens 23.000 verbraucht. Die 202 Landessynodalen arbeiteten stattdessen mit Laptops und Tablets. In allen Arbeitsräumen des Tagungsortes in Bethel gab es ausreichend starkes W-LAN und genügend Steckdosen.

Die umfangreichen Unterlagen wurden erstmals nicht per Post verschickt, sondern stattdessen auf einer eigenen Internet-Plattform eingestellt. Anträge während der Debatte konnten per E-Mail gestellt werden. Lediglich acht Synodale hatten die Vorlagen und Dokumente auf Papier erhalten, weil sie mit elektronischen Geräten nicht arbeiten konnten oder wollten.

Eine weitere Neuerrung gab es bei der Verpflegung: Wer mittags Fleisch essen wollte, musste dies vorab anmelden. Das hätten 50 von rund 250 Synodalen, Gästen und kirchlichen Mitarbeitenden getan, rechnete Schlüter vor. Demnach erhielten vier von fünf Synodalen vegetarisches Essen.

"Wir nehmen unsere eigene Haltung und unsere Beschlüsse zur Bewahrung der Schöpfung ernst und versuchen deshalb, die Landesynode so tierfreundlich und so klimafreundlich wie möglich zu gestalten", betonte Schlüter. Das sei eine Frage der Glaubwürdigkeit und Konsequenz. Man könne nicht jahrelang über die industrielle Massentierhaltung und Fleischproduktion reden und im eigenen Handeln alles beim Alten lassen, unterstrich der Vizepräsident. "Es sollte der Grundsatz gelten: So wenig Fleisch wie möglich."

Seit 2011 wird die westfälische Landessynode möglichst klimaneutral organisiert. Das geschieht zum großen Teil dadurch, dass klimaschädliche Emissionen durch Investitionen in Klimaschutzprojekte kompensiert werden. Noch besser sei es, so wenig Ressourcen zu verbrauchen, wie möglich, so Schlüter. "Hier gilt es, den besten Weg zu suchen." Bu/epd

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