Erst sterben die Bienen

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Info-Abend zu Ökologie

Jährlich stirbt in Deutschland jedes dritte Bienenvolk. Foto: privat

China im Jahr 2098. Es gibt keine Bienen mehr. Unzählige Menschen müssen jedes Jahr alle Blüten per Hand bestäuben, eine kräftezehrende und gefährliche Aufgabe, insbesondere, wenn die Arbeiter dafür auf dünnen Ästen der Bäume balancieren müssen. Jede einzelne Blüte soll mit einem kleinen Pinsel bestäubt werden, der aus eigens zu diesem Zweck erforschten Hühnerfedern hergestellt worden ist.

So beginnt der Roman "Die Geschichte der Bienen" der Norwegerin Maja Lunde, in Deutschland das meistverkaufte Buch 2017. Zwei Jahre zuvor in ihrem Heimatland veröffentlicht, schrieb die Autorin darin allerdings der Zeit hinterher statt vorweg. Inzwischen sind vor allem aus China genug Bilder bekannt, auf denen etliche Menschen - mangels Bienen -  mit Leitern und kleinen Pinseln durch die Obstplantagen wuseln, um die Bestäubung der Blüten von Apfel- und anderen Bäumen vorzunehmen.

Auch hierzulande droht ein solches Szenario, wenn das mit dem Sterben der Bienen und anderen Bestäubern so weiter geht, warnen Wissenschaftler, Umweltbehören und -Verbände. Denn jährlich stirbt in Deutschland jedes dritte Bienenvolk. Die Gründe dafür sind vielfältig: Einer der gefährlichsten ist die Varroamilbe. Aber auch intensive Landwirtschaft, der Einsatz von Pestiziden, monotone Äcker aus Mais, Raps oder Getreide, Flächenfraß und der Klimawandel tragen zum Bienensterben bei.

An dem Ino-Abend informiert Franka Hesse, die an der Ingeborg-Drewitz-Gesamtschule Gladbeck arbeitet und dort die Bienen-AG betreut, zum Thema Bienen. Wie sie leben, was ihnen hilft und was ihnen schadet. Am Beispiel dieser nützlichen Insekten soll der Blick auf die biologische Vielfalt gelenkt werden.

Die Einladung richtet sich an Menschen, die sich für Bienen aber auch für andere ökologische Fragen interessieren. Die Kirchengemeinde, so Pfarrerin Birgit Krenz-Kaynak, möchte gerne eine Arbeitsgruppe Ökologie gründen, die in Gemeinde und Stadt ökologische Themen aufgreift und initiiert. Der Eintritt zu diesem Abend ist frei. Bu

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