Evangelio

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Im Gespräch mit...

Feridun Zaimoglu. Foto: Melanie Grande

Der Schriftsteller Feridun Zaimoglu ist am Freitag, 21. Juli, 19 Uhr zu Gast im Martin Luther Forum Ruhr (MLFR), Blüser Straße 38 in Gladbeck. In der Reihe "Im Gespräch mit..." liest Zaimoglu aus seinem neusten Buch "Evangelio". Anschließend wird Forum-Chef Dr. Martin Grimm mit dem Autor über dessen Buch und über aktuelle gesellschaftspolitische Fragen unter Einbeziehung des Auditoriums diskutieren.

Feridun Zaimoglu wurde 1964 im anatlischen Bolu geboren und kam 1968 mit seinen Eltern nach Deutschland. Die Türkei ist das Heimatland seiner Eltern. Für ihn, Feridun Zaimoglu, ist es jedoch Deutschland - und seine Heimatstadt ist Kiel, wo er als freier Schriftsteller arbeitet.

In seinem neuen Buch "Evangelio" begibt sich Feridun Zaimoglu in die Zeit Martin Luthers. Vom 4. Mai 1521 bis 1. März 1522 hält sich Luther auf der Wartburg in Eisenach auf. Gänzlich unfreiwillig, denn er ist auf Geheiß des Kurfürsten von Sachsen in Gewahrsam genommen worden. Dort sieht er sich großen Anfechtungen ausgesetzt, vollbringt aber auch sein größtes Werk: In nur zehn Wochen übersetzt er das Neue Testament ins Deutsche.

Feridun Zaimoglu begit sich in diese Zeit, auf die Burg und in die Kämpfe, die der Verdolmetscher auszufechten hat. Dazu bedient er sich eines Ich-Erzählers, der zwar eine erfundene Figur, aber äußerst faszinierend ist: Landsknecht Burkhard, ein ungerater Kaufmannssohn, ist Luther zum Schutz an die Seite gestellt. Seine Perspektive ist es, die den Blick auf das Leben, das Streben und die Qualen des Reformators eröffnet.

Burkhard selbst ist Katholik und Anhänger des alten Brauchs und sieht Luthers Wirken mit Sorge. Er will nicht abfallen, nicht mit der Sitte brechen und muss doch den, der dieses tut, schützen und bewahren. Ja, er muss Luther sogar begleiten, als dieser heimlich die Burg verlässt und sich bei Melanchton in Wittenberg aufhält. Und er muss Luther beistehen, als ihn die so genannte "Teufelsbibel" in schlimmste Teufelsvisionen stürtzt.

Weiter schreibt der Verlag über dieses Buch: "Mit klingender Sprache, erstaunlichem Kenntnisreichtum und dramatischer Zuspitzung erzählt Feridun Zaimoglu von einem großen Deutschen, einer Zeit im Umbruch und der Macht und Ohmacht des Glaubens." Der Eintritt zu dieser Veranstaltung ist frei.

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