Gottesdienst mal anders: Die Thomasmesse

von Gemeinde Gladbeck N

Gladbeck - Nicht sehen, doch glauben?! Thomasmesse in der St.-Stephani-Kirche am 27.12.2015

Sieht es noch aus wie immer? Mit kritischem Blick kamen einige der regelmäßigen Gottesdienstbesucher am Sonntag nach Weihnachten in den Familiengottesdienst. Das Plakat zur Thomasmesse hatte mit einem leeren Altar zum Gottesdienst eingeladen. Der Altar sah wieder aus wie immer, dafür hatte sich der übrige Kirchraum verändert.

Nach einem kurzen Einstieg mit Liedern, Gebet und Gedicht kam Bewegung in den Gottesdienst. Alle standen auf und wanderten durch die Kirche. Bekannte und unbekannte Gesichter stellten sich der Aufgabe, dem Verborgenen nachzuspüren. Nicht sehen, doch glauben?! Was ist in meinem Leben nicht direkt zu sehen, aber doch vorhanden? Welche Bedeutungen stecken hinter Gegenständen, Orten und Gesten? Wieso zweifle ich manchmal, obwohl mir etwas so wichtig ist?

An einer Station tauchte schließlich der leere Altar wieder auf: Wie würdest Du den Altar gestalten, um hier gut Gottesdienst feiern zu können? Viele verblüffende Antworten und Zeichnungen ergaben sich hier, die im Laufe der offenen Phase im Gottesdienst erst gestaltet und dann begutachtet wurden. Eines haben wir abgedruckt: Das Kreuz und Blumen sind weiterhin wichtig. Dafür wurde der mit so viel Geschichte aufgeladene Spruch gegen ein fröhliches Lied zum Kirchenjahr ersetzt. Die Bibel gibt es nicht mehr als Buch, sondern elektronisch. So kann Papier gespart und leichter nach einer bestimmten Erzählung gesucht werden. Nur eines von zahlreichen Beispielen.

Abgerundet wurde die offene Zeit dann durch die Abendmahlsfeier, die in freier Form auch Menschen ansprach, die nicht so vertraut mit den Gesängen und Gewohnheiten unserer Kirche sind. Hier haben wir gesammelt und vor Gott gebracht, was vorher an Gedanken und Eindrücken zusammen gekommen ist.

Nur die Predigt hat doch etwas gefehlt. Also werden wir in der nächsten Thomasmesse eine Möglichkeit finden, die Ergebnisse der offenen Zeit neben dem persönlichen Eindruck zentral zur Sprache zu bringen.

Sie sehen also, auch wir, das Vorbereitungsteam, hatte viel Freude an diesem Gottesdienst und möchte das Konzept gerne wiederholen.



Am 28. August um 10:30 in St. Stephani findet die nächste Thomasmesse statt. Mit dem Vater Unser steht diesmal das zentrale Gebet der Christenheit im Mittelpunkt. Viele Ideen zur Umgestaltung der Kirche und Mitgestaltung im Gottesdienst haben wir darüber hinaus auch schon. Sie dürfen also gespannt sein, wir freuen uns, wenn Sie kommen.


28. August 10:30 St. Stephani „Vater Unser“

Sebastian Amend und Team

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