Jedem die angemessene Antwort geben (Tag 2)

von Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

 

Foto: Superintendent Steffen Riesenberg (2. v. li.) und die Hohe Synode stellten mit ihren Beschlüssen die Weichen für die Zukunft

Die Kreissynode begann am zweiten Tag in der Gladbecker Stadthalle nach Grußworten von Bettina Weist, Bürgermeisterin der Stadt Gladbeck, und Kirchenrätin Daniela Fricke, Ev. Kirche von Westfalen, mit einer Andacht von Superintendent Steffen Riesenberg. Der Theologe eröffnete seine Rede mit den Worten: „Jedem die angemessene Antwort geben - das möchte ich gerne können.“ Es sollte Ansporn für die fortgesetzte Kreissynode sein, die sich auf den Weg machte, viele Antworten zu geben und damit wichtige Weichen für die Zukunft zu stellen.

Antwort Nr. 1:

Pfarrer Dr. Hans Hubbertz wurde zum Assessor gewählt. Er tritt damit am 01. September die Nachfolge von Pfarrer Achim Solty an. Hubbertz stammt aus Dortmund, also „aus regionalem Anbau“, ist Vater zweier erwachsener KInder, verwitwet und Leiter des Pfarramts für gesellschaftliche Verantwortung in den Ev. Kirchenkreisen Gladbeck-Bottrop-Dorsten und Recklinghausen. Der studierte Theologe und Soziologe machte in seiner Vorstellungsrede deutlich, dass es für ihn „stets im Vordergrund steht, mit kontstruktiv-kritischen Beiträgen dafür zu sorgen, die Relevanz des christlichen Glaubens in unserer Region zu stärken und sichtbar werden zu lassen“. Zur Lage in der Ukraine sagte der engagierte Pfarrer: „Für viele von uns ist die bisherige evangelische Friedensethik ins Wanken gekommen. Anlässlich des Krieges sollten wir, so wäre mein Vorschlag, seitens des Kirchenkreises Stellungnahmen, Äußerungen und Reflexionen oder Aufrufe zu Frieden, Verständigung und Solidarität veröffentlichen.“ Über seine Bewerbung zum Amt des Assessors sagte Hubbertz pointiert: „Niemand wird als Assessor geboren. Und niemand wird als Superintendent geboren. Außer Steffen Riesenberg."

Antwort Nr. 2:

Als neue Beauftragte für den Umweltschutz wurde Pfarrerin Annika Willinski gewählt. Seit dem 1. März 2021 verstärkt sie gemeinsam mit ihrem Mann, Pfarrer Michael Hoffmann, die Kirchengemeinde Bottrop. Schwerpunktmäßig kümmert sich die zweifache Mutter um die Arbeit mit Kindern und Familien und begleitet den Seelsorgebezirk Bottrop-Boy. Das Thema Umwelt beschäftigt sie schon lange, darum brauchte Superintendent Riesenberg sie nicht lange zu überreden, sich für das Amt zur Verfügung zu stellen. Während ihres FSJs und des Sondervikariats in Bolivien und Argentinien rückten Themen wie die Rodung des Regenwaldes, Lithium Abbau in Bolivien, Sojaanbau in Paraguay etc. in ihren Fokus und befeuerten den Antrieb, verbunden mit der Suche danach, was man im Kleinen, im Persönlichen, vor Ort verbessern kann, um zum großen Ganzen etwas beizutragen.  

Antwort Nr. 3:

Die Synode hat einstimmig die Einrichtung der auf zwei Jahre befristeten Stelle eines Klimamanagers oder einer Klimamanagerin beschlossen - entweder im Gemeinsamen Kreiskirchenamt oder beim Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Zuvor hatten Pfarrerin Willinski und Pfarrer Hubbertz die Teilnehmer:innen über die Vorteile der neue Stelle informiert, die angesichts der weiter steigenden Energiekosten für die Gemeinden zusätzliche Expertise für Einsparpotenziale bringen wird. Die Synode folgte damit dem Superintendenten Steffen Riesenberg, der sich tags zuvor in seinem Bericht Mut zur Verantwortung für künftige Generationen wünschte. Einigen Synodalen ging das aber noch nicht weit oder schnell genug, so wie Pfarrer Michael Hoffmann: „Die Einführung eines oder einer Klimabeauftragten entlässt uns nicht aus der Verantwortung, jetzt selbst tätig zu werden“. Er sprach damit vielen aus dem Herzen, die sich ein stärkeres Engagement für den Klimaschutz wünschten.

Antworten aus der Praxis

Neben den Beschlüssen gab es auch noch interessante Berichte aus verschiedenen Arbeitsfeldern im Kirchenkreis. So erzählten Uli Scherer, Kirsten Hetkämper und Nicole Klinger von ihrer Arbeit aus der Fachberatung für Kindertagesstätten. Sie gaben Einblicke in Kitas vor Ort, ihre Netzwerkarbeit und die Auswirkungen der Pandemie auf die pädagogische Arbeit in den Tageseinrichtungen.

Gitta Werring berichtete von der Umsetzung des Gesetzes zu Maßnahmen im Umgang mit sexualisierter Gewalt und den anstehenden Schulungen durch die Multiplikatorinnen Stefanie Cillessen und Birte Hoffmann. Ziel sei es, eine Kultur der Achtsamkeit zu schaffen. Fragen dazu aus dem Auditorium wurden auch von Kirchenrätin Daniela Fricke beantwortet, die die Schulung der Multiplikatorinnen durchgeführt hatte.

Verwaltungsleiter Jürgen Bahl gab einen kurzen Überblick über die Sanierung des Haus des Kirchenkreises in Recklinghausen. Er zeigte sich optimistisch was den Zeitrahmen anging und meinte: „Baustellen führen zu einer besseren Situation“. Weiterhin wünschte er sich standardisierte Abläufe zur vereinfachten Bearbeitung - gerade auch mit Blick auf den Fachkräftemangel in der Sachbearbeitung.

Schlussantwort

Insgesamt war es eine lange und ergebnisorientierte Synode, mit guten Gesprächen und offenen Diskussionen. Den Teilnehmer:innen war die Freude an der Begegnung in Präsenz anzumerken, der Wunsch nach Aufbruch war deutlich spürbar. Folgerichtig hat die Kreissynode viele Fragen aufgeworfen und kluge Antworten gegeben, so wie es sich  der Superintendent gewünscht hatte: „Verbindlich reden - aber mit Salz in den Worten. Nicht gepfeffert - aber wohl gesalzen.“

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