Kirchenkreissynode erstmalig in digitaler Form

von Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Bottroper Martinszentrum wird zum Sendezentrum

Pünktlich um 17:00 Uhr eröffnete der neue Superintendent Steffen Riesenberg am letzten Freitag die diesjährige Kreissynode zum Haushalt und Finanzen des Evangelischen Kirchenkreises Gladbeck-Bottrop-Dorsten. Die Aufregung im Vorfeld war allgegenwärtig, schließlich war es die erste Synode, die via Zoom-Konferenz stattfand. Das Bottroper Martinszentrum wurde zu einem kleinen Sendezentrum ausgebaut. Von hier aus moderierte Riesenberg die rund viereinhalbstündige Sitzung. Unterstützt wurde er dabei von Mitarbeiter*Innen aus der Superintendentur, Synodalassessor Pfarrer Achim Solty, Scriba Pfarrer Dr. Andreas Deppermann und dem Finanzausschussvorsitzenden, Pfarrer Karl-Erich Lutterbeck.

Nach dem die Beschlussfähigkeit mit insgesamt 64 Teilnehmer*Innen festgestellt wurde, gab es eine kurze Andacht von Pfarrer Sebastian Amend aus der Gladbecker Kirche St. Stephani und ein Gedenken an die Verstorbenen. Anschließend folgte ein Grußwort von Synodalassessorin Pfarrerin Kirsten Winzbeck vom Nachbarkirchenkreis Recklinghausen, die Superintendentin Saskia Karpenstein vertrat. Weitere Grußworte überbrachten Propst Dr. Jürgen Cleve, dem Bottroper Stadtdechant und Landeskirchenrätin Barbara Roth. Der Bottroper Oberbürgermeister Bernd Tischler dankte in seiner Rede der Synode für Ihr Engagement und betonte die Wichtigkeit der Evangelischen Kirche als eine “tragende Säule der Gesellschaft”.

Im Anschluss an die erste Pause wechselte Superintendent Steffen Riesenberg vom Schreibtisch ans Rednerpult und eröffnete die nächste Runde mit seinem Bericht. Superintendent Riesenberg blickte in seinem Bericht zurück auf die vergangenen Monate. Die Krise sei erschütternd, aber auch die Gelegenheit für nachhaltige Veränderungen in der evangelischen Kirche: “Wir können gerade viel für die Kirche der Zukunft lernen.” Für das, was die Kirche in den ersten Monaten der Pandemie schuldig geblieben sei, bat er um Entschuldigung – und dankte den vielen haupt- und ehrenamtlich Mitarbeitenden in den Kirchengemeinden: “Es gibt so viele, die auf unterschiedliche Art und Weise an ihre Grenzen gegangen und auch gekommen sind in diesem Jahr. Vielen, vielen Dank für Ihren Einsatz!”

Im nachfolgenden Wahlmarathon zeigte sich die Stärke einer digitalen Synode, denn durch die Abstimmungstechnik beschleunigten sich die Abstimmungen enorm. In einer ersten Wahl wurde Pfarrer Martin Schäfer zum stellvertretenden Scriba gewählt. Auch alle weiteren vom Nominierungsausschuss vorgeschlagenen Kandidatinnen und Kandidaten für die Ausschüsse wurden gewählt. Dabei handelte es sich um die Besetzung folgender Ausschüsse: Mitgliederversammlung des Diakonischen Werkes Emscher-Lippe e.V., Rechnungsprüfungsausschuss der Prüfungsregion, Verwaltungsausschuss der Kirchensteuerstelle sowie die kreiskirchlichen Ausschüsse für Pfarrstellenplanung, Organisation und Zukunftsausschuss, Schulausschuss, Erwachsenenbildung, Frauen, Kirchlicher Dienst in der Arbeitswelt und gesellschaftliche Verantwortung und Mission, Ökumene und kirchliche Weltverantwortung. Die Vorschläge brachte der Vorsitzende des Nominierungsausschusses ein, Pfarrer Friedemann Kather.

Nach einer weiteren Pause folgte der mündliche Bericht zu den Finanzen von Karl-Erich Lutterbeck. Er führte aus, dass die Kirchensteuereinbrüche durch die Corona-Pandemie kleiner als erwartet ausfallen. Für Lutterbeck ist die Tatsache, ob im Kirchenkreis viel oder wenig Geld im Umlauf ist, kein Hinweis auf Qualität: “Geld entscheidet nicht darüber, ob wir gute oder schlechte Arbeit machen. Das zurückliegende Jahr hat gezeigt, dass wir in der Lage sind, uns unter veränderten

Voraussetzungen neu aufstellen können”, betonte er. Es gelte, wachsam zu bleiben und auf die weiteren Entwicklungen angemessen zu reagieren. Für seine Ausführung gab es Applaus in digitaler Form: “Klatschende Hände”-Icons waren in den Fenstern der Synodalen zu sehen. Die Beschlüsse zur Verteilung der Kirchensteuer, des Haushalts, des Haushalts im Gestaltungsraum und der Haushaltspläne zur Stiftung Stellwerk wurden anschließend mit großer Mehrheit verabschiedet.

Zum Abschluss rief Superintendent Steffen Riesenberg die Synodalen zu einer kleinen Stimmungsabfrage zur digitalen Kreissynode auf. Schließlich kann heute noch niemand sagen, ob die nächsten Synoden als Präsenzveranstaltungen stattfinden können. Von 58 Synodalen meinen 57: Dann sollten wir die Synode wieder digital durchführen. Davor haben die Verantwortlichen jetzt keine Bange mehr, denn eines hat diese Synode klar gezeigt: Der Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten kann Digitalisierung.

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