Kreissynode diskutiert gesellschaftliche Verantwortung

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Gemeinsames Pfarramt mit Recklinghausen

Die Kreisynode beschloss ein Konzept für eine gemeinsame Pfarrstelle "Gesellschaftliche Verantwortung". Foto: Bugzel

Am 1. Mai 2011 trat der damalige Industrie- und Sozialpfarrer des Kirchenkreises, Dr. Hans-Udo Schneider, in den Ruhestand, seitdem war die Pfarrstelle vakant. Ein gemeinsames Pfarramt für gesellschaftliche Verantwortung in den beiden Kirchenkreisen der Emscher-Lippe-Region solle die kritische Stimme der Evangelischen Kirche für soziale Gerechtigkeit hörbar machen und in brennenden Konfliktfeldern in der Region vermitteln, heißt es in dem Beschluss des Kirchenparlamentes.

Das neue Pfarramt, das von den beiden Nachbarkirchenkreisen je zur Hälfte finanziert wird und das in Gladbeck angebunden wird, soll die Kirchengemeinden und Kirchenkreise dabei unterstützen, "das Evangelium als gestaltende Kraft in wirtschaftliche und sozialpolitische Prozesse und in die Lebenswirklichkeit der Beschäftigten einbringen". Themen seien u.a. die Bekämpfung von Armut, die gesellschaftliche Benachteiligung von Frauen, der Facharbeitermangel, bezahlbarer Wohnraum oder die Rolle der Kirche als Arbeitgeber.

Ansprech- und Kooperationspartner des neuen Pfarramtes seien neben den Kirchengemeinden die Politik, Gewerkschaften, Unternehmen, Betriebsräte und Arbeitgeberverbände sowie Berufsschulen und deren Lehrkräfte.

Mit Blick auf die fortschreitende Digitalisierung auch im Bereich der Kommunikation beschloss die Kreissynode auch ein neues Konzept im Bereich der Öffentlichkeitsarbeit. Auch hier wird eine enge Zusammenarbeit mit dem Kirchenkreis Recklinghausen angestrebt.

Vor dem Hintergrund der erhöhten Zuwanderung von Flüchtlingen nach Deutschland hatte die westfälische Landeskirche seit dem Jahr 2016 ihren 27 Kirchenkreisen pro Jahr jeweils eine Million Euro zum Aufbau der Flüchtlingsarbeit in den Kirchengemeinden zur Verfügung gestellt. An die Landeskirche appellierte die Synode, die Flüchtlingsarbeit weiter zu unterstützen.

Wie sieht die Evangelische Kirche in zehn Jahren aus? Diese Frage stellte Superintendent Dietmar Chudaska in den Mittelpunkt seines mündlichen Berichtes vor der Synode. Seine Prognose: "Sie wird den gleichen Inhalten wie heute verpflichtet sein." Auch im Jahr 2028 werde die Kirche in Seelsorge und Verkündigung tätig sein. "Wir werden uns um die Kinder kümmern und die Kirche wird ein Ort sein, wo Menschen und Gott sich begegnen."

Die Kirche im Jahr 2028 werde nach wie vor lokal arbeiten aber auch regional denken müssen. Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung, Traditionsabbrüchen und des sich abzeichnenden Pfarrermangels werde die Kirche in zehn Jahre eine Kirche in der Diaspora sein, aber Volkskirche bleiben. "Die Kirche in zehn Jahren wird digital unterwegs sein", war sich der Superintendent sicher, gerade dann, wenn man mit der jüngeren Generation in Kontakt bleiben wolle. Chudaska: "Sicher ist, für die kommenden Generationen spielt die Kommunikationsmusik im Internet." Wenn die Kirche hier nicht angemessen vertreten sei, "dann funken wir auf Frequenzen, die keiner mehr empfängt."

Auf dem Weg ins Jahr 2028 dürfe man auch die ökumenische Zusammenarbeit nicht aus dem Blick verlieren. "Aus meiner Wahrnehmung haben sich die Kontakte zur Katholischen Kirche in den letzten Jahren intensiviert", sagte Chudaska und erinnerte an den ersten ökumenischen Impulstag zum Thema "Fresh Expressions of Church" in Bottrop im Frühjahr dieses Jahres. "Mit Blick auf die nächsten Jahre sollte unser Augenmerk weniger auf der Quantität als vielmehr auf der Vitalität der Kirche liegen", brachte es der Superintendent auf den Punkt. Bu

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