Kreissynode setzt Zeichen für Kinder und junge Menschen

von Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

 

Bild: Steffen Riesenberg läutete mit einer Glocke im Martinszentrum die Synode ein

Für Superintendent Steffen Riesenberg sollte es die erste Kreissynode in Präsenz werden. Kurzfristig musste sie aber aufgrund der hohen Inzidenzen wieder digital tagen. Der Saal im Bottroper Martinszentrum wurde zum Sendezentrum: Von hier aus moderierte Riesenberg nicht nur die Zoom-Konferenz, sondern steuerte sie auch ganz ohne technischen Support. Vor Ort waren unter Beachtung von 2G+ außerdem Synodalassesor Achim Solty, Scriba Dr. Andreas Deppermann, Finanzausschussvorsitzender Karl-Erich Lutterbeck, Verwaltungsleiter Jürgen Bahl und Pfarrer Henner Maas sowie die Mitarbeiterinnen der Superintendentur – 70 weitere Mitglieder der Synode waren per Computer von zuhause zugeschaltet.

Kirche nimmt die Kinder in die Mitte

“Wir nehmen die Kinder in die Mitte,” so erklärte Riesenberg es in seinem Bericht zur Synode zum vorrangigen Ziel im zweiten Jahr seiner Amtszeit. Gerade mit Blick auf die Pandemie, wo die Kinder oft zu kurz kommen und zu wenig Beachtung finden, mahnte er: “Wir müssen die Kinder beschützen. Sie sind das größte Geschenk, das Gott uns als seiner Gemeinde macht. Sie gehören wie bei Jesus in die erste Reihe.” Er lobte die Arbeit in Kitas, Tagespflegen und im offenen Ganztag: “Die evangelische Kirche wird als kompetenter, professioneller und zuverlässiger Träger wahrgenommen. Da wachsen wir, neue Einrichtungen sind in allen drei Städten in Planung.” Ein wichtiges Anliegen ist ihm auch die Beteiligung der Kinder an der Gestaltung der Angebote, sei es bei der Essensplanung oder dem Kauf neuer Spielsachen im Kindergarten. “Das ist der Unterschied zwischen Kirche für Kinder und Kirche mit Kindern”, sagte der Superintendent. Weitere Themen seiner Rede waren “Der Pfarrdienst von morgen”, “Kreiskirchliche Pfarrstellen” und ein kurzer Ausblick auf das bevorstehende Weihnachtsfest.

Jungen Menschen eine Stimme geben

Die Synode setzte aber nicht nur ein Zeichen für Kinder, sondern gab auch den jungen Menschen eine Stimme. Und zwar in Person von Lukas Puhl. Der junge Presbyter brachte die Stellungnahme zum geplanten Jugendbeteiligungserprobungsgesetz ein, das jungen Menschen künftig Teilhabe in kirchlichen Gremien auf Kreis- und Landesebene ermöglichen soll. Unterstützung bekam Puhl in der anschließenden Aussprache gleich von mehreren Rednern. Darunter auch Pfarrer Michael Hoffmann aus Bottrop, der von einer Bringschuld der Älteren sprach: “Wir haben unsere Hausaufgaben zu machen, um junge Leute für uns zu gewinnen.” Der Beschluss wurde mit großer Mehrheit angenommen.

Bekämpfung des Antisemitismus

Eine noch breitere Zustimmung fand der von Pfarrer Henner Maas vorgetragene Antrag, sich der Erklärung der Landessynode “Antisemitismus entschieden entgegentreten” vom 2. Juni 2021 anzuschließen. Hintergrund und Auslöser für den Antrag waren die antisemitischen Ausschreitungen im Mai vor jüdischen Einrichtungen wie der Synagoge in Gelsenkirchen. Maas forderte Solidarität mit den jüdischen Mitbürgern und schlug vor, den Beschlusstext persönlich der Jüdischen Gemeinde Gelsenkirchen zu übergeben.

Weitere Beschlüsse

Der Bericht zu den Finanzen von Pfarrer Karl-Erich Lutterbeck fiel gut aus: Mit einer kleinen Entnahme aus den Rücklagen konnte der Haushalt ohne größere Einschnitte beschlossen werden. Auch einer geplanten Kirchenrechtsänderung, um digitale und hybride Sitzungen dauerhaft möglich zu machen, hat die Kreissynode zugestimmt.

Grußworte zur „Pantoffelsynode“

Den humoristischen Punkt machte Superintendentin Saskia Karpenstein vom Nachbarkirchenkreis Recklinghausen, die selbst am Rechner sitzend ihre Grußworte zur „Pantoffelsynode“ überbrachte.

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