Martin Luther Forum Ruhr stellt Betrieb ein

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Mangelnde personelle und finanzielle Ressourcen

Das Martin Luther Forum Ruhr wird seinen Betrieb zum 9. Juli 2018 einstellen. Foto: MLFR

Die Mitgliederversammlung des Martin Luther Forum Ruhr e.V. (MLFR) hat am 15. Februar beschlossen, die Option zur Verlängerung des Nutzungsvertrages mit der Evangelisch-Lutherischen Kirchengemeinde Gladbeck um weitere fünf Jahre nicht auszuüben. Der Betrieb des MLFR wird zur Sommerpause, d.h. zum 9. Juni 2018 eingestellt. Das Gebäudeensemble, die ehemalige Gladbecker Markuskirche, wird zum 30 September 2018 an die Kirchengemeinde zurückgegeben, wie es in einer aktuellen Pressemitteilung des MLFR heißt.

Die Mitgliederversammlung folge damit der Empfehlung des Vorstandes, der in den letzten Wochen und Tagen eine Vielzahl von Gesprächen geführt habe und aufgrund dieser Gespräche und der Entwicklungen zu der Erkenntnis gelangt sei, dass der Verein wegen der mangelnden personellen und finanziellen Ressourcen nicht in der Lage sei, das Forum weiter zu betreiben, teilt MLFR-Vorsitzender Dr. Martin Grimm mit.

Auslöser für den aktuellen Zeitdruck, so Grimm, seien die jüngsten Gespräche mit der Stadt Gladbeck. Ursprünglich war ein strukturierter Zeitplan vorgesehen, z.B. mit der Mitgliederversammlung des Fördervereins am 21. März 2018, der jetzt jedoch obsolet geworden sei.

Weder die Kirchengemeinde, noch der Kirchenkreis, noch die Stadt Gladbeck sehen sich in der Verpflichtung und auch nicht in der Lage, das Forum in anderer Trägerschaft selbst weiter zu betreiben, heißt es. Die Stadt Gladbeck hat für den Fall, dass das MLFR den Betrieb zum 30. September einstellt, angekündigt, das MLFR für die Rückzahlung der Fördermittel in Anspruch zu nehmen.

Von daher sei der Vorstand des MLFR gezwungen, Insolvenzantrag zu stellen, wenn die Stadt nicht an der Beseitigung der Insolvenzantragspflicht mitwirkt, heißt es den Angaben nach. Abgesehen von der etwaigen Forderung der Stadt sei der Trägerverein finanziell gesund, betont Martin Grimm.

Wirkt die Stadt an der Beseitigung der Insolvenzantragspflicht mit, kann die Stadt in Ruhe mit der Kirchengemeinde, die Eigentümerin der Gebäude ist, über eine Folgenutzung für die ehemalige Markuskirche beraten und entscheiden, schreibt das MLFR.

Den Mitgliedern des Fördervereins, insbesondere den aktiven Ehrenamtlichen, spricht Grimm ausdrücklich seine Anerkennung für die "herausragenden Leistungen während der Lutherdekade" aus. "Nur durch das außerordentliche Engagement der aktiven Ehrenamtlichen des Fördervereins war es möglich, das Projekt zu einem derartigen großen Erfolg zu führen", schreibt Dr. Grimm.

Das MLFR versteht sich als ein Ort, an dem engagierte Christen das kulturelle Erbe der Reformation im Ruhrgebeit lebendig und erlebbar machen. Getragen wird das Forum von dem "Martin Luther Forum Ruhr e.V.", der im Jahr 2008 das Gebäudeensemble der Markuskirche in Gladbeck übernommen und mit Städtebaufördermitteln aufwändig zum MLFR umgebaut hat. Bevor das MLFR am Vorabend des Reformationstages 2009 feierlich eröffnet werden konnte, waren Instandsetzungs- und Umbaumaßnahmen an der Markuskirche notwendig.

Gegründet mit Blick auf das Reformationsjubiläum 2017 war das MLFR Kooperationsprojekt im offizellen Programm der Kulturhauptstadt RUHR.2010 und wurde bis zum Lutherjahr 2017 schrittweise zu einem reformatorischen Zentrum im Ruhrgebiet ausgebaut. Bu

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