Nacht der offenen Kirchen

von Gemeinde Gladbeck N

Der Heilige Geist weht, wo er will

Die unterschiedlichen Programme zur Nacht der offenen Kirchen spiegelten Ideenreichtum und Vielfalt wider. Foto: Bugzel

Gladbeck - Bei Nacht sind alle Katzen grau, aber viele Kirchen bunt. Jedenfalls in der Nacht von Pfingstsonntag auf Pfingstmontag. Zum siebten Mal seit 2004 hatten Evangelische Gemeinden in Westfalen und Lippe zu einer Nacht der offenen Kirchen eingeladen. In Gladbeck beteiligten sich die Christus- und die Petruskirche an der Kirchennacht.

Unter dem Motto "Der Heilige Geist weht, wo er will" öffnete die Christuskirche am Abend des Pfingstsonntags ihre Pforten. Dort lag der Schwerpunkt auf der Flüchtlingsarbeit zum Thema "Pfingsten: Ein Fenster zur Welt". Ein Thema, das Gladbecks Bürgermeister Ulrich Roland in seinem Grußwort aufgriff. "Es kann und darf uns nicht egal sein, wie es anderen Menschen geht. Hier und jetzt geht es darum, Menschen in Not und Bedrängnis Zuflucht zu geben." Und daran habe die Flüchtlingsarbeit der Evangelischen Kirche maßgeblichen Anteil.

Und dass Flüchtlinge in der Gemeinde angekommen sind, bewies gleich ein gutes Dutzend von ihnen, die seit einiger Zeit in einer Gitarrengruppe gemeinsam spielen. Er wolle die verbindende Kraft der Musik nutzen, erklärte Norbert Gerbig, der die Gruppe leitet. Viele Menschen hätten Gitarren gespendet und so sei der Kurs zustande gekommen. "Es wurden immer mehr Instrumente. Alle haben Spaß und sie lernen auch noch Deutsch", freute sich Gerbig. Und Hossein aus Afghanistan gab gleich mit einem Lied aus seiner Heimat eine Kostporobe seines musikalischen Könnens.

Nach einem kleinen Konzert des Orchesters der Christuskirche interpretierte der Gospelchor "Good News" die Geschichte des bekannten Traditionals "Amazing Grace". Eingestreut wurden Texte zur Entstehungsgeschichte des Liedes und zum ungewöhlichen Lebens des Autors John Newton (1725-1805), der sich vom Sklavenhändler zum Gegener der Sklaverei wandelte. Mit einem gemeinsamen Essen, Gedichten von Sigrid Feilen und dem Abendsegen klang die Kirchennacht in der Christuskirche aus.

Standen in der Christuskirche die Flüchtlinge im Mittelpunkt, so ziele die Nacht der offenen Kirchen in der Petruskirche auf junge und jung gebliebene Menschen, erklärte Pfarrerin Stefanie Erling. Unter dem Motto "Feuer und Flamme für den Glauben" wurde ein vielfältiges liturgisches und kreatives Programm in dem Braucker Gotteshaus angeboten. An interaktives Stationen konnten die Besucher Windlichter basteln oder auf die Fragen "Was brennt mir auf der Seele?" und "Wer geht für mich durchs Feuer" ganz persönliche Antworten finden. Musik der Jugendband "Undivided Heart" und die Show eines Feuerspuckers waren die Höhepunkte in der mit Kerzen festlich erleuchteten Kirche. Nach dem Abendsegen waren die Besucher eingeladen, aus dem Lichtermeer Kerzen mit nach Hause zu nehmen.

An der siebten Nacht der offenen Kirchen haben fast 25.000 Menschen in Westfalen und Lippe teilgenommen. Durchschnittlich kamen gut 170 Besucher in jede der 150 geöffneten Kirchen, wie die westfälische Landeskirche mitteilte. Bu

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