Paulus als Philosoph

von Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

 

Foto: Über die Einführung freuen sich die Mitglieder des Kreissynodalvorstands (von links): Klaus-Dieter Salinga, Gudrun Winkel, Pfarrer Dr. Hans Hubbertz, Superintendent Steffen Riesenberg, Reiner Struck und die Assessorin des Kirchenkreises Recklinghausen, Pfarrerin Kirsten Winzbeck.

In einem festlichen Gottesdienst ist Pfarrer Dr. Hans Hubbertz in das Amt des Assessors eingeführt worden. Der kreiskirchliche Pfarrer für gesellschaftliche Verantwortung war im Mai als Nachfolger von Pfarrer Achim Solty zum Stellvertreter des Superintendenten gewählt worden. Zum 1. September übernahm er das Amt formell, die Einführung durch Superintendent Steffen Riesenberg geschah in der Gladbecker Christuskirche.

In seiner Predigt legte Hubbertz die Berufungsgeschichte des Paulus aus der Apostelgeschichte aus. Paulus sei neuerdings auch von Interesse für die Philosophie, die an seiner Beschreibung des Absoluten interessiert sei. Dass Gott außerhalb des Einflusses der Menschen gedacht werde, und es damit ein unverfügbares Absolutes gibt, werde in der Theologie des Paulus besonders deutlich. In der Predigt zeigte Hubbertz die Folgen dieser Theologie in ihrer Auslegungsgeschichte auf. Nicht zuletzt im Böckenförde-Diktum vom Staat, der seine eigenen Grundlagen nicht garantieren könne, komme genau diese Idee von Gott als unverfügbarem und absoluten Gegenüber zum Tragen.

In seiner Einführungsansprache beschrieb Superintendent Riesenberg den 61-jährigen Theologen: „Du hast mancherlei Gabe erhalten. Einen scharfen Intellekt, ein wunderbares Gefühl für Sprache, ein pädagogisches Talent, komplexe Zusammenhänge zu verstehen und anderen verständlich zu machen. Du gehst den Dingen gerne auf den Grund und fühlst dich in der Tiefe von Gedanken und Zusammenhängen wohl. Das alles wird dir in deinem Dienst als Assessor zugutekommen.“

Der Superintendent erinnerte Hubbertz, die Gemeinde uns dich selbst daran, dass alle kirchliche Leitung ihren Auftrag aus der Taufe bekommt: „So können wir befreit und mutig führen und leiten, weil wir darauf vertrauen: Christus leitet seine Kirche in Zeit und Raum.“  

Dr. Hans Hubbertz stammt aus Dortmund, wie er selbst sagt, „aus regionalem Anbau“. Er ist verwitwet und Vater zweier erwachsener Kinder. Der promovierte Soziologe möchte auch als Assessor „mit konstruktiv-kritischen Beiträgen dafür zu sorgen, die Relevanz des christlichen Glaubens in unserer Region zu stärken und sichtbar werden zu lassen“. (SR)

Foto: Ulrich Kamien

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