Rundfunkgottesdienst

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Predigt nach der Stoppuhr

Sie haben den Rundfunkgottesdienst minutiös vorbereitet (v.l.): Pfarrerin Dr. Lisa J. Krengel, Pfarrer Steffen Riesenberg und Kreiskantor Matthias Uphoff. Foto: Bugzel

Exakt sieben Minuten und 50 Sekunden dauert die Predigt. "Und keine Sekunde länger", beteuert Pfarrer Steffen Riesenberg. Fünfmal hat der Bottroper Seelsorger seine Auslegung von Gottes Wort vor dem Spiegel geübt.

Länger darf die Predigt nicht dauern, denn der Gottesdienst am Ewigkeitssonntag wird live von WDR 5 und NDR-Info im Radio übertragen. "Eine aufwändige und große Sache. Eine echte Herausforderung", ergänzt seine Kollegin Lisa J. Krengel, die gemeinsam mit Riesenberg und Kreiskantor Matthias Uphoff für den Rundfunkgottesdienst verantwortlich zeichnet.

Seit dem Spätsommer hat das Trio den Gottesdienst vorbereitet. Vor ca. anderthalb Jahren erreichte die Gemeinde über Superintendent Dietmar Chudaska die Anfrage, ob sie sich vorstellen könnte, dass der Gottesdienst live im Radio übertragen wird. Und da der Rundfunkreferent der Landeskirche der Gemeinde geraten hat, ihre Stärken auszuspielen, setzen die Verantwortlichen auf viel Musik. "Mit der Kantorei, den Martin Gospel Singers und dem Posaunenchor sind rund 60 SängerInnen und Musiker im Einsatz", kündigt Kreiskantor Uphoff an.

Der Gottesdienst ist auf die Sekunde durchgetaktet, ein zeitliches Überziehen ist nicht drin. Dafür sorgt auch ein klares Drehbuch, denn die Zeit ist genau auf 57 Minuten begrenzt. Drei Minuten Puffer hinzugerechnet, die vom Posaunenchor gefüllt werden können, denn anschließend heißt es: "Es ist 11 Uhr. Hier sind die Nachrichten."

Daher fällt auch das für den Ewigkeitssonntag obligatorische Abendmahl dem Drehbuch zum Opfer, die Hörer am Radio bekommen davon eh nichts mit, sagt Steffen Riesenberg. Und auch das Gedenken an die Verstorbenen fällt diesmal anders aus. Riesenberg: "Normalerweise werden die Namen der Verstorbenen verlesen. Aus Datenschutzgründen werden wir diesmal darauf verzichten." Statt dessen werden die Namen in der Kirche projeziert, Konfirmanden entzünden Kerzen.

Am Samstagabend wird der Gottesdienst geprobt, am Sonntagmorgen steht dann ein großer Übertragungswagen des WDR vor dem Gotteshaus. Die Besucher werden gebeten, ihre Plätze bereits um 9.50 Uhr einzunehmen. In seiner Predigt, die Liturgie gestaltet Pfarrerin Krengel, wird Pfarrer Riesenberg auf die Verantwortung eingegen, die aus der Trauer um einen geliebten Menschen erwächst und auf die Hoffnung, dass Lebende und Tote in Gottes Liebe geborgen sind. Bu

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