So gelingt Integration

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Ein Netz helfender Hände

Mittlerweile hat sich der kleine Bawer (l.) in der Maxi-Gruppe gut eingelebt und spielt mit seinen Freunden gerne im Bällchenbad. Foto: privat

Bawer wurde von der Frühförderstelle des Caritas-Verbandes betreut. Seine Therapeutin stellte den Kontakt zur Evangelischen Kirche her, mit der Bitte, Bawer in die Maxi-Gruppe aufzunehmen.

"Können wir "nein" sagen bei all dem Elend, das Familien und Kinder auf ihrer Flucht erlebt und erlitten haben? Natürlich nicht", sagt Iris Stehr. Man habe den kleinen Bawer in der Gruppe untergebracht, was nicht so ganz einfach war. "Denn er konnte kein einziges Wort deutsch sprechen und verstehen und auch die Trennung von seinen Eltern konnte er anfangs nicht gut verkraften", erinnert sich die Gemeindepädagogin.

Wegen seiner Behinderung ließ Bawer zunächst keinen Kontekt und keine Berührung zu fremden Menschen zu. "Mit Händen und Füßen besprachen wir wichtige Aspekte unserer Arbeit mit Bawers Vater, ein Handy leistete als Dolmetscher gute Dienste", erklärt Iris Stehr. Im Laufe der Zeit baute sich ein Netz helfender Hände auf, darunter eine Bekannte, die übersetzen kann, die Mitarbeitenden der Caritas, des Jobcenters, Sponsoren und viele mehr.

Durch intensive und pädagogisch hochqualifizierte Arbeit sei es dem Team der Maxi-Gruppe schließlich gelungen, dass Bawer sich sehr gut integrieren konnte, freut sich Iris Stehr. "Er kann mittlerweile Kontakt zu anderen Kindern in der Gruppe aufnehmen, seine Wünsche äußern, mit anderen Kindern spielen und er ist ganz stolz, deutsche Wörter und Begriffe einordnen zu können und laut herauszuschreien."

In der Maxi-Gruppe kommen Kinder aus vielen Kulturen zusammen. Kinder mit einer Behinderung oder erhöhtem Betreuungsbedarf werden gerne aufgenommen. Denn, so Iris Stehr, der Kontakt sei für alle Kinder eine Bereicherung. "Wir leben in einer bunten Welt und unsere Kinder lernen das von klein auf." Auch Bawer werde nach der Maxi-Gruppe einen integrativen Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde besuchen, kündigt Iris Stehr an, die sich bei allen bedankt, die sich mit viel Engagement, Ausdauer und Liebe für Bawer eingesetzt haben. Bu

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