Suppenküche beendet erfolgreiche Saison

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Täglich 100 Gäste im Restaurant der Herzen

"Aber wir kommen noch in diesem Jahr Mitte Dezember wieder", versprechen Claudia Kretschmer und Felix Brill von der ESB. Die beiden engagierten Sozialarbeiter können in der abgelaufenen Saison auf einige Highlights zurückblicken. Mitte Dezember letzten Jahres wurde das "Bottroper Restaurant der Herzen" von Oberbürgermeister Bernd Tischler mit nachdenklichen, aber auch ermutigenden Worten eröffnet.

In der Woche vor Weihnachten konnten sich die bedürftigen Gäste über liebevolle Geschenke der Bottroper Bevölkerung freuen. Die Bescherung wurde ermöglicht durch AmBOTioniert, dem Netzwerk für Hilfe in und für Bottrop, das die Suppenküche durch den Erlös eines Charity-Essens finanziell unterstützt hat. Susanne Blume vom Berufsbildungswerk Bottrop, der Bauunternehmer Oliver Helmke und die Steuerberaterin Barbara von Trimbach spendenten ebenfalls eine ansehnliche Summe. Davon erwarb die ESB u.a. Gutscheine, die sie im Rahmen einer Weihnachtsfeier an die Kolüsch-Gäste verteilte. Kreiskantor Matthis Uphoff und der syrische Flüchtling Amir sorgten für die musikalische Begleitung der Feier.

Im neuen Jahr 2018 stieß der traditionelle Besuch der Suppenküche bei der Kulturkneipe Passmanns wieder auf große Resonanz. "Es ist schön, einmal in einem richtigen Restaurant zu essen", so die einhellige Meinung der Besucher, die sich von Szenewirt Reimbern von Wedel-Parlow eine leckere Lasange servieren ließen.

Bis zu 100 Gäste fanden in den letzten drei Monaten den Weg in das etwas andere Restautant im ehemaligen Pfarrheim St. Barbara. Wie in den Jahren zuvor sorgte das Deutsche Rote Kreuz werktäglich für ausgewogene und gesunde Mahlzeiten. Die Zahl der ausgegebenen Essen sei seit einigen Jahren konstant, so Kretschmer. Dass die Armut größer geworden sei, macht die Sozialarbeiterin an anderen Dingen fest: "Das sehen wir etwa an der Bekleidung, die immer dieselbe ist oder nicht zur Witterung passt." Daher hat die ESB von Spenden Winterbekleidung und -schuhe für die Gäste gekauft.

Wie viele Servietten gefaltet, wie viele Teller und Tassen gespült wurden, weiß niemand so recht von den überwiegend ehrenamtlichen Kräften im Kolüsch-Team. "Aber es hat richtig Spaß gemacht", findet Dennis, der Neue im Team. Er, der bis vor kurzem noch wohnungslos war und im Freien schlafen musste, fand einen Platz in einer Wohngruppe der ESB und konnte jetzt endlich eine eigene Wohnung beziehen. "Ich habe nicht nur eine sinnvolle Tätigkeit gefunden, sondern auch neue Freunde", ergänzt Dennis glücklich und zufrieden.

Die Gäste von Kolüsch bedauern es nun sehr, dass die Saison wieder beendet wurde. Hier haben viele Bedürftige in den Wintermonaten nicht nur eine warme Mahlzeit erhalten, sondern fanden auch Geselligkeit, Unterhaltung und bei Bedarf Rat und Hilfe vom Team der ESB.

Die Suppenküche finanziert sich über einen städtischen Zuschuss von 4.000 Euro und über Spenden. Mit 300 Euro können rund 100 Gäste am Tag satt werden. Bislang sei die Rechnung am Ende immer aufgegangen, sagt Claudia Kretschmer. "Die Solidarität ist in Bottrop wirklich groß". Die ESB hilft mittlerweile über 650 wohnungslosen und armen Menschen vor Ort. Spenden können auf das Konto der Evangelischen Sozialberatung Bottrop bei der Sparkasse Bottrop, IBAN DE40 4245 1220 0000 0020 89, BIC WELADED1BOT eingezahlt werden. Bu

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