Väter basteln Weihnachtskrippen

von Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

Projekt mit religionspädagogischem Ansatz

Sie freuten sich über die große Resonanz des Krippenbau-Projekts und der Ausstellung in der Gnadenkirche (v.l.): Ulrike Scherer, Nicole Schaefer und Pfarrerin Anke Leuning. Foto: Bugzel

"Wir wollten schon immer mal eine Krippenausstellung in der Gnadenkirche organisieren, nur fehlten uns dafür die Krippen", berichtete Kita-Leiterin Ulrike Scherer. Also lud das Kita-Team kurzerhand alle Väter, Großväter und Familien im Stadtteil zu einem eintägigen Krippen-Workshop in die Kita ein. "Jeder konnte kommen, seine Ideen einringen und handwerklich umsetzen", ergänzte ihre Kollegin Nicole Schaefer. Man habe zwar Vorschläge zum Krippenbau gemacht und auch Materialtische zur Verfügung gestellt, aber entscheidend seien die Pläne der Besucher gewesen.

"Und die Ergebnisse waren phänomenal", erinnerte sich Ulrike Scherer. Einge Väter seien mit fertigen Bauplänen in die Kita gekommen, "einer hat sogar seine Stichsäge mitgebracht." In drei intensiv genutzten Stunden entstanden so insgesamt 21 große und kleine Krippen aus den unterschiedlichsten Materialien. "Und die Kinder waren zu hundert Prozent beim Bau mit eingebunden", freute sich Nicole Schaefer. Alles in allem: ein generationsübergreifendes Projekt mit dem Fokus auf die Väter. Davon kündeten auch Fotos von den stolzen Krippenbauern mit ihren Kindern vor jedem der 21 Exponate in der Gnadenkirche.

Natürlich habe auch die Vermittlung der biblischen Weihnachtsgeschichte an die Kita-Kinder eine wichtige Rolle gespielt, erläuterte Ulrike Scherer den religionspädagogischen Aspekt des Projekts. "Viele Kinder, vor allem diejenigen mit einer Zuwanderergeschichte, kennen die Weihnachtsgeschichte von der Geburt Jesu nicht." Die Kinder sollten die Geschichte hören und anhand der Krippen mit allen Sinnen erfahren. Dazu habe man die Geschichte auch inhaltlich diskutuiert, denn "wir sind schließlich eine Evangelische Einrichtung." Besonders gefreut hat sich das Kita-Team über die geistliche und organisatorische Unterstützung von Pfarrerin Anke Leuning.

Die Weihnachtskrippe ist eine Darstellung der Geburt Christi aus der biblischen Weihnachtsgeschichte oder anderen Szenen aus dem Leben Jesu. Die Krippen verbinden die Bilderwelt der Adventszeit mit dem Dreikönigsfest.

Die heutigen Weihnachtskrippen gehen bereits auf das Frühchristentum zurück, doch zeigten die Darstellungen der ersten Jahrhunderte nur das Jesuskind (nach dem Lukasevangelium in der Futterkrippe liegend). Die Figur der Maria kam erst im Mittelalter hinzu, die des Josef sogar noch später.

Unter der österreichischen Kaiserin Maria Theresia wurden Krippen aus öffentlichen Gebäuden, also vor allem aus Kirchen, verbannt. Bevor im 19. Jahrhundert der Christbaum allgemeine Verbreitung fand, stand die Krippe im Mittelpunkt der Katholischen Weihnachtsfeier. Im Evangelischen Deutschland wurde die Weihnachtskrippe vor allem durch das Wirken von Gustav Jahn verbreitet, der Krippenfiguren durch die Insassen der Züllchower Anstalten herstellen ließ.

Durch die Ende des 19. Jahrhunderts beginnende industrielle Produktion von Krippenfiguren aus preiswerten Materialien kamen auch weniger betuchte Menschen in die Lage, sich eine Krippe für die Wohnungs leisten zu können, für ärmere Kirchengemeinden waren diese Figuren, entsprechend größer, ebenfalls erschwinglich. Bu

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