Was jetzt dran ist…

von Ev. Kirchenkreis Gladbeck-Bottrop-Dorsten

von Superintendent Steffen Riesenberg
(Kolumne für die Bottroper Regionalausgabe der WAZ, Samstag, 17. Juli 2021)

Hier geht es zum Spendenaufruf von Kirche und Diakonie. Konkrete Hilfe. Einfach online spenden.

Die Bilder in der Zeitung sind schockierend. Häuser fallen in sich zusammen, Autos treiben im Wasser durch die Innenstädte. Das alles gar nicht weit von uns entfernt.

Nach dem Interview mit dem Ministerpräsidenten in der Aktuellen Stunde am Donnerstag ist in den sozialen Medien eine Diskussion um Prioritäten entbrannt. Die Moderatorin hatte bei Armin Laschet mehrfach nachgefragt, ob jetzt nicht mehr gegen den Klimawandel getan werden müsse. Manche regen sich auf: Jetzt sei nicht die Zeit für politische Diskussionen, sondern für Hilfe und Solidarität.

Und das stimmt: Menschen, die von einem auf den anderen Tag alles verloren haben, brauchen unsere Hilfe, und zwar unkompliziert und schnell. Wie gut, dass wir in Bottrop von größerer Not verschont geblieben sind und unsere Einsatzkräfte im Rhein-Sieg-Kreis und in Köln helfen konnten.

Ich denke: Wir können – und müssen – beides tun. Unkompliziert und schnell helfen. Und die Ursachen des Klimawandels benWasennen und beseitigen. Der CVJM, ein christlicher Jugendbund, formuliert es in seiner Bernhäuser Basis so: „Aus der verkündigenden Predigt folgt barmherzige Hilfe und das Bemühen um die Beseitigung der Ursachen des Übels durch politisches Handeln.“

Barmherzige Hilfe. Und politisches Handeln zur Beseitigung der Ursachen. Beides, gleichzeitig.

Natürlich müssen der Ministerpräsident und mit ihm viele andere jetzt für die Menschen in Not sorgen. Und wäre es nicht genau diesen Menschen gegenüber zynisch, jetzt nicht alles zu tun, um solche Katastrophen in Zukunft zu vermeiden?

In zwei Monaten ist Bundestagswahl. Die verschiedenen Strategien, mit dem Klimawandel umzugehen, kann jede und jeder in den Wahlprogrammen der Parteien nachlesen.

Ob wir es zugeben oder nicht, wir sind doch alle verantwortlich füreinander. Und die Welt ist ganz genau so, wie sie ist, weil wir Menschen sie – bewusst oder unbewusst – so gemacht haben.

Wer in der Not wirklich helfen will, kann nicht nur das eine oder nur das andere tun. Es braucht handfeste, konkrete Hilfe für Menschen in Not UND den politischen Einsatz, zukünftiges Übel zu vermeiden.

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