einwort

einwort ist das Magazin der Evangelischen Kirchengemeinde Bottrop. Für jede Ausgabe wählen wir ein Wort, dessen Breite und Länge und Tiefe und Höhe wir ausloten. Wir glauben, dass ein Wort die Seele gesund machen kann. Auf der Suche nach den richtigen Wörtern erzählt einwort von Gott und der Welt. Denn am Anfang von allem war das Wort, und das Wort war bei Gott.

Appetithäppchen

von Ev. Kirchengemeinde Bottrop

Blutspenden

Bereits im Jahr 1492 trank Papst Innozenz VIII. das Blut dreier Zehnjähriger, um sich zu verjüngen. Der Erfolg blieb aus: Erst starben die Kinder, dann der Papst. Erst 1818 belegen Aufzeichnungen eine erste erfolgreiche Transfusion. Doch bis der Mediziner Karl Landsteiner 1900 die verschiedenen Blutgruppen (AB0) entdeckte, kam es immer wieder zu Gerinnungsstörungen. Ab 1916 gelang es, Blut zu konservieren, 1919 wurde in den USA die erste Blutbank gegründet, 1921 der erste Bluttransfusionsdienst in London. Noch kam es zu Problemen, die sich nicht durch die Blutgruppen erklären ließen, bis Landsteiner 1940 eine weitere Entdeckung machte: den Rhesusfaktor.

Seit 1957 fließt gespendetes Blut in die heute bekannten, 500 Milliliter fassenden Kunststoffbeutel, die weltweit gleich groß sind. Zu Beginn hielt eine solche Vollblutspende 21 Tage, heute doppelt so lang. Der hohe Bedarf an Blut lässt die Frage nach der Mindesthaltbarkeit allerdings kaum aufkommen. Alternativ ist es auch möglich, nur das Plasma oder Thrombozyten zu spenden. Die restlichen Bestandteile des Blutes fließen bei diesen Spenden sofort an/in den Spender zurück.

Der Rhythmus des Lebens

Mehr als 50.000 Menschen erleiden jedes Jahr (außerhalb des Krankenhauses) einen plötzlichen Herzstillstand. Und dann? Atmung prüfen, Notruf informieren, Herzdruckmassage starten. Doch aus Angst, etwas falsch zu machen, scheuen sich viele Menschen vor der Ersten Hilfe. Eine Hilfestellung hat die University of Illinois (USA) bereits 2005 gefunden: Während Probanden einen Dummy reanimierten, hörten sie das Lied Staying Alive von den Bee Gees. Damit hielten sie nicht nur einen gleichmäßigen Rhythmus, die drückten auch tiefer in den Brustkorb. Schon die Erinnerung an das Lied verbesserte die Herzdruckmassage bereits drastisch. Es ist also sinnvoll, sich Staying Alive für den Fall der Fälle einzuprägen oder auf dem Smartphone abzuspeichern. Oder Queens Another one bites the dust, Helene Fischers Atemlos durch die Nacht oder das kindliche einfache Drei Chinesen mit dem Kontrabass. Hauptsache, der Rhythmus liegt zwischen 100 und 120 bpm (Schläge pro Minute).

Einen ganz anderen Rhythmus hat das dididit dahdahdah dididit des SOSSignals. Nachdem in den frühen Jahren des Schiffsfunks kein einheitliches Notsignal existierte – die Briten funkten CQD, die Deutschen SOS, die Italiener SSSDDD –, beschlossen 1906 die 129 Teilnehmer aus 29 Ländern auf der 1. Großen Internationalen Funkkonferenz in Berlin Folgendes: SOS ist ab sofort das internationale Notrufzeichen im Funkverkehr. Eine unverwechselbare Kombination und eine Tonfolge, die auch für ungeübte Funker leicht aus dem Funkverkehr herauszuhören war. Doch bis sich das SOS durchsetzte, dauerte es noch. Im April 1912 funkte die Titanic ein paar Mal SOS und danach CQD – bis zum Untergang. Aufgrund dieser historischen Tragödie beschlossen die Teilnehmer der 2. Internationalen Funkkonferenz 1912, dass SOS nun das einzig gültige Notsignal ist. Und das blieb es auch bis zum Ende des terrestrischen Seefunks am 1. Februar 1999. In Filmen überlebt das symbolträchtige Signal, indem Überlebende auf einsamen Inseln aus Baumstämmen für überfliegende Suchflugzeuge ein „SOS“ legen. An Notruftelefonen findet man es heute tatsächlich noch. Und auch bei der Bergwacht. Jeder kennt es, jeder wird aufmerksam, offiziell ist es nicht mehr nötig.

Boatpeople

Schon die antike Literatur referiert in Homers Odyssee über die Kriegsflucht mit dem Schiff. Nur entflieht Odysseus nicht seinem Heimatland, sondern einem fernen Krieg. Schiffe sind seit jeher Transportmittel, um der Bedrohung von Leib und Leben auf dem Wasserweg zu entfliehen.

Die Geschichte ist voller Beispiele, doch erst in der jüngeren Vergangenheit wird diese besondere Flucht auch medial formuliert und damit dokumentiert – seien es Flüchtlinge des 2. Weltkriegs, Vietnamkriegs-Flüchtlinge, DDR-Bürger … Die aktuellen Boatpeople (ein Begriff, der über die Vietnamflüchtlinge eingeführt wurde) fliehen über das Mittelmeer aus Afrika, Asien und dem Nahen Osten nach Europa. 2015 erreichte diese Massenflucht mit über einer Million Menschen einen traurigen Höhepunkt. Im ersten Halbjahr 2018 kamen laut der Internationalen Organisation für Migration (IMO) noch knapp 46.500 Menschen über das Mittelmeer in Europa an. 1.500 Flüchtlinge ertranken allein 2018 auf ihrem vermeintlich rettenden Weg.

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