einwort

einwort ist das Magazin der Evangelischen Kirchengemeinde Bottrop. Für jede Ausgabe wählen wir ein Wort, dessen Breite und Länge und Tiefe und Höhe wir ausloten. Wir glauben, dass ein Wort die Seele gesund machen kann. Auf der Suche nach den richtigen Wörtern erzählt einwort von Gott und der Welt. Denn am Anfang von allem war das Wort, und das Wort war bei Gott.

Der kreative gott

von Ev. Kirchengemeinde Bottrop

„Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen“ oder: Der kreative Gott und die Mühe der Menschen

Heute
Entweder man hat keine Arbeit oder man hat zu viel davon. So scheint es jedenfalls. Schließlich hört man nur selten von Menschen, die mit ihrer Arbeit und dem damit einhergehenden Zeitaufwand so richtig glücklich sind. Es ist heute mehr denn je eine Herausforderung, bezahlte wie unbezahlte Arbeit gerecht zu verteilen – spätestens seit klar ist, dass Hausarbeit nicht automatisch eine Frauenaufgabe ist. Nein, davon ist in der Bibel nichts zu lesen. Gleichwohl ist die „Arbeit“ in der Bibel ein vielschichtiges Thema, das bis heute nichts an Relevanz eingebüßt hat.

Gott arbeitet kreativ
Mit Arbeit fängt alles an. Voller Tatendrang macht sich Gott ans Werk und erschafft die Welt. Tag und Nacht, Sonne und Mond, Wasser und Erde. 1000 Arten Grün, Türkis und Blau, schimmerndes Wasser, Fische, Blüten, Gefieder in allen Farben. Und schließlich die Menschen. Am Ende eines jeden Tages stellt Gott fest: „Sehr gut!“ Beneidenswert, diese Kreativität, diese Zufriedenheit. Tag für Tag, sechs Tage lang. Und immer wieder: „Sehr gut“. (1. Mose 1)

Arbeit und Ruhe – der Sabbat
Die Schöpfung läuft wie selbstverständlich auf den Ruhetag am siebten Tag hinaus (1. Mose 2, 2-3) und schafft so mit dem Sabbat (der gemeinsamen Unterbrechung der Arbeit) bis heute die Grundlage des jüdischen Lebens und Glaubens. Zugleich ist der wohltuende Wechsel von Arbeit und Ruhe aber auch abseits der Bibel eine kulturelle Errungenschaft, die durch die Zeiten immer wieder verteidigt werden muss. Spätestens dann, wenn Produktionsmaschinen am Wochenende nicht gestoppt werden sollen oder wenn es um verkaufsoffene Sonntage geht.

Arbeit – Aufgabe des Mensche
Bereits das erste Menschenpaar bekommt in der Bibel seine Arbeit zugewiesen und soll „für Pflanzen und Tiere“ sorgen, sie beherrschen. Zunächst wird die Arbeit eher neutral als eine natürliche Aufgabe der Menschen gesehen. Auch später, im Buch des Predigers, wird sie als Los des Menschen beschrieben: „So sah ich denn, dass nichts Besseres ist, als dass ein Mensch fröhlich sei in seiner Arbeit; denn das ist sein Teil.“ (Prediger 3, 22)

Arbeit – als Strafe empfunden
Die Vertreibung aus dem Paradies wird im zweiten Schöpfungsbericht als Ursache für die Mühe der Arbeit gedeutet. Adam und Eva bekommen zu hören: „verflucht sei der Acker um deinetwillen! Mit Mühsal sollst du dich von ihm nähren, dein Leben lang. Dornen und Disteln soll er dir tragen, und du sollst das Kraut auf dem Felde essen. Im Schweiße deines Angesichts sollst du dein Brot essen, bis du wieder zu Erde wirst, davon du genommen bist.“ (1. Mose 2, 17-19)

Auskommen mit dem Einkommen und Teilhabe
Die (gerechte) Bezahlung von Arbeit spielt in einem Gleichnis Jesu eine Rolle. Hier geht es darum, dass die Arbeit so bezahlt wird, dass ein Tagelöhner und seine Familie davon leben können. Ein Weinbergbesitzer gibt allen Arbeitern den gleichen Lohn, unabhängig von der Anzahl der Stunden, die sie gearbeitet haben. Seine Großzügigkeit sollte kein Grund sein, sich ungerecht behandelt zu fühlen. (Matthäus 20, 1-16)

Man sieht:
Arbeit ist seit jeher und immerzu ein notwendiger Bestandteil des menschlichen Lebens. Schaffenskraft und Kreativität, Gerechtigkeit und Teilhabe sind nicht nur in der Bibel und im Glauben wichtig, sondern auch bei Fragen zur Ethik – auch in der heutigen Theologie. Und dabei gilt: Der Mensch steht im Mittelpunkt!

TEXT: A. BÜKER-MAMY, PFARRERIN
DESIGN: M. HOLTKAMP

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